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Portfolio Christian Waldmann

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CreepySmack: Story Auszug

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Mein "Kompendium" und sonstige Projekte

CreepySmack: Story Auszug

Intro

Ich bin einer der gerufen wird, wenn es um besondere „Schädlingsbekämpfung“ geht. Schädlinge, die eigentlich gar nicht mehr Leben sollten oder nicht von dieser Welt sind. Ich war gut dran, verdammt gut, bis ich für einen Moment etwas unachtsam war und durch meine Unachtsamkeit das Unheil über die Welt kam.

Kapitel 1

Der Friedhof

Auf den Friedhof vor der Stadt wurde ich schon öfters gerufen. Sie hatten dort immer wieder Probleme mit Toten, die gar nicht mehr so tot waren. Immer wieder gruben sich Untote aus und wandelten umher – bis ich sie von ihrem Leid erlöste. Die Bewohner der Stadt wussten dies und mieden diesen Ort. Nur die, die keine Wahl hatten, wurden dort bestattet, arme Seelen ohne einen Pfennig in der Tasche. Als ich diesmal gerufen wurde, war es anders. Der Friedhof wimmelte nur so von wandelnden Toten.

Das Artefakt

Nachdem der Friedhof wieder einigermaßen sicher war, entdeckte ich ein ausgehobenes Grab. Das Grab war leer, jedoch lag daneben ein schon nicht mehr ganz so frisch aussehender Sarg, mit offenem Deckel. Was allein schon verwunderlich war, da wir uns auf dem Arme-Leute-Friedhof befanden. Wer zum Teufel konnte sich hier einen Sarg leisten?! Beim genaueren Betrachten entdeckte ich ein Objekt im Sarg. Es war ein schwarzer Stein, der übersät war mit seltsam aussehenden Schriftzeichen.
Von dem, der das Grab ausgehoben hatte, konnte ich keine Spur mehr entdecken. Ich musste ihn wohl mit meinem Erscheinen so aufgeschreckt haben, dass er alles stehen und liegen ließ. Neben dem offenen Grab lag nicht nur die Schaufel, mit der er es wohl ausgehoben hatte, sondern auch sein Mantel. Auch den schon ausgehobenen Stein hatte er wohl in seiner Hektik vergessen. Leider brachte der Mantel auch keine weiteren Indizien auf seine Herkunft. Das Leder, aus dem er hergestellt wurde, war zwar aus guter Qualität, doch verfügte er über keinerlei Zierden oder Wappen. Auch die Taschen waren zu meinem Bedauern leer.
Als die Lage auf dem Friedhof bereinigt war, machte ich mich auf den Weg zurück zur Abtei. Ich war neugierig geworden. So etwas wie den Stein habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich erinnerte mich nur dunkel an Etwas aus meiner Lehrzeit, die lag nur schon etwas zurück; doch ich wusste, wo in unserer Bibliothek ich nachsehen musste.
Als ich bereits in der Nähe der nächsten Stadt war, hörte ich wie hinter mir ein Pferd in den Galopp ging. Ich drehte mich um, konnte mich gerade noch etwas ducken, um der größten Wucht des Schlages zu entkommen, doch es war zu spät…
Nachdem ich langsam wieder zu mir gekommen war, dröhnte mir der Schädel. Blut lief über mein Gesicht. Es dauerte etwas, bis ich wieder vollkommen wach war und halbwegs klar denken konnte. Es konnte nicht sehr lange her sein, es war immer noch recht dunkel. Der Mond stand noch nicht besonders hoch am Himmel. Aber er war GRÜN?! Ich tastete mich ab, das Artefakt war verschwunden und aus Richtung der Stadt hörte ich Schreie.

In der Stadt

Ich versorgte nur schnell notdürftig meine Platzwunde am Kopf. Ich muss wohl mit einem großen Knüppel oder Hammer auf den Kopf geschlagen worden sein. Zum Glück konnte ich mich im letzten Moment noch ducken, sonst sähe die Sache jetzt wohl anders aus und ich läge tot im Graben. Was der Angreifer wohl beabsichtigt hatte, da er mich einfach liegen ließ?
Die Schreie aus der Stadt und der grüne Mond beunruhigten mich mehr, als ich mir später eingestehen wollte. Ich beschloss, so schnell wie möglich der Sache nachzugehen. Ein ungutes Gefühl sagte mir, dass dies alles etwas mit dem Verschwinden des Artefakts zu tun haben musste.
Ich beeilte mich, doch als ich die Stadt erreichte war das Chaos schon groß. Überall liefen panische Menschen umher. Leute verbarrikadierten sich notdürftig hinter ihren Türen. Vereinzelt liefen mir auch Menschen über den Weg, die sich notdürftig mit allem bewaffnet hatten, was als Waffe dienen konnte. Ich lief weiter Richtung Zentrum, aus dem, so wie es aussah, das Chaos zu kommen schien. Je weiter ich dort hin vordrang, desto mehr wurde mir das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst. Die Gassen wimmelten nur so von Zombies. Sie griffen alles an, was nicht schnell genug war, um ihren Fängen zu entkommen. Zum Glück waren sie nicht besonders schnell. Jedoch waren sie schon allein durch ihre Masse gefährlich und es wurden immer mehr. Jeder, der nicht aufpasste, war bald auch einer von ihnen.
Ich arbeitete mich in Richtung Zentrum vor. Von hier her schienen die Massen an Untoten zu kommen. Dabei musste ich immer wieder aufpassen, dass ich nicht einen der in Panik umherlaufenden Bewohner der Stadt mit meinen Schlägen erwischte. Schließlich kam ich auf der großen Straße zum Dom an. Normalerweise lud die Straße zum Verweilen in einem der vielen Wirtshäuser ein, jetzt aber herrschten hier einfach nur Chaos und Panik. Von hier aus konnte ich zumindest die Herkunft der Untoten eingrenzen – vom Dom!

Im Dom

Die Zombies waren zum Glück nicht besonders intelligent und so hatte ich relativ leichtes Spiel. Ich kämpfte mich bis zu den offenen Toren des Doms vor, aus denen weitere Untote herausströmten. Der Strom schien aus einer kleinen Seiten-Kapelle zu kommen. Soweit ich wusste, befanden sich dort die Stiegen zu den Gruften der wohlhabenden Stadtbevölkerung. Damit erklärte sich für mich auch, woher die Untoten stammten. Nicht aber, wieso sie überhaupt „untot“ wurden. Leider war keine Zeit den Gedanken weiter zu verfolgen.
Die Gruft
Als ich mich den Stufen näherte, kam mir schon ein Geruch von Verwesung und Moder entgegen. Der Verwesungsgeruch war definitiv neu. Das wusste ich, weil ich früher, als ich noch ein junger Novize war, immer unseren Abt bei den jährlichen Gedenkfeiern der großen Fürsten begleiten musste. Von unten drang ein seltsam wabernder Schein herauf, der definitiv nicht von den dort unten brennenden Kerzen stammen konnte.
Vorsichtig ging ich Stufe für Stufe herunter. Gefasst darauf, dass mich jeden Moment etwas anspringen konnte. Auch das Licht wurde jetzt immer heller. Unten angekommen, mussten sich meine Augen erst an das helle Licht aus einem Gewölbe im Hintergrund gewöhnen. Das Licht blendete schon fast richtig und ich musste meine Augen zusammen kneifen.
Als sich meine Augen langsam an die Helligkeit gewöhnten, nahm ich plötzlich aus den Augenwinkeln eine schnelle schemenhafte Bewegung, die nichts mehr mit den langsamen und fast wackelnden Bewegungen der Zombies, oben, gemeinsam hatte. Ich reagierte einfach nur noch. Damit rettete mir eine der Bewegungen, die ich hunderte Male im Training wiederholte, das Leben.

Das Portal

Ich musste auf etwas wirklich Wichtiges gestoßen sein. Das, was mir dort entgegen geworfen wurde, war schon etwas mehr als nur ein gehirnloser Zombie. Es hatte auch den Anschein, als wäre die ganze Aktion koordiniert worden. Aus allen Löchern waren sie gekommen, vor mir, hinter mir und neben mir, aber ich konnte mich zum Glück auf meine Ausbildung und meine Reflexe verlassen.
Ich folgte dem Schein weiter nach hinten. Auch das hintere Gewölbe war nicht der Ausgang des hellen Lichts. Die Kammer war nicht sehr groß, aber man hatte in die rechte Wand ein gewaltiges Loch gerissen und ein breiter Gang öffnete sich vor mir. Etwas Gewaltiges musste im Moment passieren. Ich war zwar nicht in der Magie geschult, doch konnte ich diese spüren.
Vorsichtig schaute ich in den Gang. Was ich von hier aus sah, war eine riesige Halle, deren gesamte Ausmaße ich von hier nicht überblicken konnte. Ich sah nur hektisches Treiben und Magie lag in der Luft. So wie es aussah, wurde gerade ein großes Ritual vorbereitet oder es war schon mitten drin. Und dann sah ich, was ich eigentlich nicht sehen wollte: Eine Gruppe von „Lichs“ trat in die Mitte und stellte sich im Kreis auf. „Lichs“ waren sehr mächtige schwarze Zauberer, die ihr eigenes Leben hingegeben hatten, um fortan ein untotes aber nahezu unsterbliches grausames Leben führen zu können. Ich hatte bisher noch nie einen Lich gesehen. Doch mein Lehrmeister hatte dafür gesorgt, dass ich einen erkenne, wenn ich ihm begegnete. Dazu musste ich mir etliche Bilder in alten Büchern in unserer Bibliothek ansehen. Ein Lich allein war schon tödlich, doch hier stand eine ganze Gruppe von ihnen und führte – mit dem Stein – irgendeine Art von finsterem Ritual durch.
So wie es aussah, hatte ich nicht mehr viel Zeit. Immer schneller und in immer größeren Bögen schwang die Magie durch den Raum.
Ich hatte gegen einen Lich vermutlich schon verdammt schlechte Karten, doch jetzt stand mir sogar eine ganze Gruppe von ihnen gegenüber. Die einzige Chance, das Ganze zu unterbrechen war, das Ritual so zu stören, dass die Magie kollabiert und sich die gebündelte Energie so entlud, dass sie alles mit sich riss.
Ich hatte keine Zeit mehr, über all das, was ich mir da gerade zusammengesponnen hatte, noch einmal nachzudenken. Was wahrscheinlich auch besser war, da ich sonst selber über den Irrsinn dieses Plans gestoßen wäre. Aber ich hatte auch keine Wahl mehr. Ich suchte etwas, womit ich die Zauberer so ablenken konnte, dass sie aus ihrer Trance aufwachten und fand noch einige der Bomben, deren Lunte ich löschen konnte, bevor sie explodiert waren.
In der Hoffnung, dass sie mich nicht sofort entdecken würden, schlich ich an der Wand entlang. Doch dann ging alles fast zu schnell…

Kategorie: Spiele